<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Anästhetikum</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/An%C3%A4sthetikum"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Anästhetikum rootpage-Anästhetikum skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Anästhetikum</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Ein <b>Anästhetikum</b> (Plural <i>Anästhetika</i>) ist ein <a href="Arzneimittel" title="Arzneimittel">Medikament</a>, das zur Erzeugung einer <a href="An%C3%A4sthesie" title="Anästhesie">Anästhesie</a>, das heißt zur spezifischen Herbeiführung einer Allgemeinanästhesie oder Lokalanästhesie,<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> verwendet wird. Es verursacht damit einen Zustand der Empfindungslosigkeit zum Zweck einer operativen, diagnostischen oder krampfanfallbeseitigenden<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Maßnahme.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Systematik">Systematik</h2></div>
<p>Je nachdem, ob die Wirkstoffe auf den ganzen Organismus oder nur einen Teil desselben (lokal) einwirken, werden zwei Gruppen von Anästhetika unterschieden.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Allerdings müssen lokal wirksame Anästhetika in der Regel auch so <a href="Applikationsform" title="Applikationsform">appliziert</a> werden, dass der Wirkstoff sich im Organismus nicht übermäßig verteilen kann, da beispielsweise eine (versehentliche) <a href="Intraven%C3%B6s" title="Intravenös">intravenöse Injektion</a> zu gravierenden Nebenwirkungen führen kann.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lokalanästhetikum"><span id="Lokalan.C3.A4sthetikum"></span>Lokalanästhetikum</h3></div>
<p>Setzt das Arzneimittel die Schmerzempfindung örtlich begrenzt<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> herab, spricht man von einem <a href="Lokalan%C3%A4sthetikum" title="Lokalanästhetikum">Lokalanästhetikum</a>. Es wird im Rahmen einer <a href="Lokalan%C3%A4sthesie" title="Lokalanästhesie">Lokalanästhesie</a> (bzw. <a href="Regionalan%C3%A4sthesie" title="Regionalanästhesie">Regionalanästhesie</a>) eingesetzt, also einer örtlichen Schmerzausschaltung im Bereich von Nervenendigungen oder Leitungsbahnen, ohne das Bewusstsein zu beeinträchtigen.
</p><p><b>Geschichte der örtlichen Betäubungen:</b>
</p><p>Seit dem <a href="Altertum" title="Altertum">Altertum</a> bemühten sich Ärzte Schmerzen zu lindern. Neben der Verabreichung von Rauschmitteln als <a href="#Allgemeinanästhetikum">Narkotikum</a><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> zur Erzeugung eines <a href="Narkose" title="Narkose">narkoseähnlichen</a> Zustandes wurde beispielsweise in der arabischen Medizin das Abschnüren von Gliedmaßen als Methode der Schmerzunterdrückung angewandt. Zur Mitte des 17. Jahrhunderts entdeckte der Chirurg <a href="Marco_Aurelio_Severino" title="Marco Aurelio Severino">Marco Aurelio Severino</a> (1580–1656) die <a href="K%C3%A4ltean%C3%A4sthesie" title="Kälteanästhesie">Kälteanästhesie</a>, die jedoch bald wieder in Vergessenheit geriet.<sup id="cite_ref-portal.dnb.de_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-portal.dnb.de-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Jahr 1499 erwähnte der spanische Priester Thomas Ortiz die <a href="Cocastrauch" title="Cocastrauch">Cocablätter</a> als Nahrungs- und Genussmittel der Eingeborenen. Cocain, das erste Arzneimittel der lokalen Schmerzausschaltung, ist ein <a href="Alkaloide" title="Alkaloide">Alkaloid</a> eines in Südamerika beheimateten <a href="Cocastrauch" title="Cocastrauch">Strauches</a>. 1880 forderte der Chirurg Vassili Konstantinovich Anrep (1852–1918) die Prüfung von Cocain als örtliches Anästhetikum aufgrund von Tier- und Selbstversuchen. Auch <a href="Sigmund_Freud" title="Sigmund Freud">Sigmund Freud</a> stellte in den Jahren 1883/84 eine anästhesierende Wirkung auf Haut und Schleimhäute fest und empfahl es als Mittel gegen <a href="Depression" title="Depression">Depression</a>, Brechreiz und Magenkatarrh. 1884 schlug <a href="Carl_Koller" title="Carl Koller">Carl Koller</a> Cocain als Anästhesierung am Auge vor. 1885 entdeckte der amerikanische Chirurg William Stewart Halsted (1852–1922) die Injektion der Arzneistofflösung in die Nähe des Nervs. 1892 erfolgte die von dem deutschen Chirurgen <a href="Carl_Ludwig_Schleich" title="Carl Ludwig Schleich">Carl Ludwig Schleich</a> (1859–1922) entwickelte <a href="Infiltrationsan%C3%A4sthesie" class="mw-redirect" title="Infiltrationsanästhesie">Infiltrationsanästhesie</a>. Durch die Applikation einer halbprozentigen Cocainlösung in den <a href="Spinalkanal" class="mw-redirect" title="Spinalkanal">Spinalkanal</a> erreichte der Chirurg <a href="August_Bier" title="August Bier">August Bier</a> (1861–1949) 1898 eine komplette Anästhesie der unteren Extremitäten und begründete damit die <a href="Lumbalan%C3%A4sthesie" class="mw-redirect" title="Lumbalanästhesie">Lumbalanästhesie</a>. Auf der Suche nach einem Anästhetikum mit geringerer Toxizität, entdeckte der Apotheker Eduard Ritsert (1859–1946) 1890 <a href="Benzocain" title="Benzocain">Benzocain</a> und führte 1902 zur Produktion des Anästhesins, das vor allem als Oberflächenanästhetikum Anwendung fand. Georg Merling (1856–1939) sah Methylpiperidin als die für die lokalanästhetische Wirkung verursachende funktionelle Gruppe des Cocains an und stellte 1895 das Eucain A her. Eucain A war weniger toxisch als Cocain und hitzesterilisierbar, jedoch traten nach Injektion Reizwirkungen und <a href="Hyper%C3%A4mie" title="Hyperämie">Hyperämie</a> auf. 1897 stellten <a href="Carl_Dietrich_Harries" title="Carl Dietrich Harries">Carl Dietrich Harries</a> (1866–1923) und <a href="Albrecht_Schmidt_(Chemiker)" title="Albrecht Schmidt (Chemiker)">Albrecht Schmidt</a> (1864–1945) unabhängig voneinander das Eucain B her, das als wesentlich untoxischere Verbindung Cocain zu verdrängen vermochte. Im Unterschied dazu sah der Chemiker <a href="Alfred_Einhorn" title="Alfred Einhorn">Alfred Einhorn</a> (1856–1917) den stickstofffreien Teil des Cocainmoleküls als die Ursache für die anästhetische Wirkung. 1897 gelangte er zum Orthoform, welches mehrere Jahre als Oberflächenanästhetikum verwandt wurde. 1898 konnte Richard Willstätter die Struktur des Cocains aufklären und Einhorns getroffene Feststellung, dass der Benzoesäureester selbst, wie seine Substitutionsprodukte, anästhesierend wirken, bestätigen. Von den von Einhorn hergestellten Verbindungen erwies sich das <a href="Procain" title="Procain">Novocain</a> als besonders geeignet und konnte Cocain fast vollständig verdrängen. In den folgenden Jahren wurde das Novocainmolekül systematisch weiter verändert. 1931 konnte <a href="Tetracain" title="Tetracain">Tetracain</a>, ein Oberflächenanästhetikum, in die Therapie eingeführt werden. Besonders <a href="Lidocain" title="Lidocain">Lidocain</a> zeichnete sich durch eine größere Hydrolysestabilität, längere Wirkungsdauer, schnelleren Wirkungseintritt und größere Wirkstärke aus.<sup id="cite_ref-portal.dnb.de_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-portal.dnb.de-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Allgemeinanästhetikum"><span id="Allgemeinan.C3.A4sthetikum"></span>Allgemeinanästhetikum</h3></div>
<p>Von einem <b>Allgemeinanästhetikum</b> oder <b>Narkotikum</b> (<b>Narkosemittel</b>, früher auch <i>Narcoticum</i> und <i>Narkoticum</i>) wird bei Mitteln gesprochen, die eine Allgemeinanästhesie (<a href="Narkose" title="Narkose">Narkose</a>) erzeugen, also eine Schmerz- und Bewusstseinsausschaltung im <a href="Zentrales_Nervensystem" class="mw-redirect" title="Zentrales Nervensystem">zentralen Nervensystem</a> bewirken, aus der der Patient nicht erweckbar ist. Die Allgemeinanästhesie setzt sich aus einer sensorischen (Blockade der <a href="Schmerz" title="Schmerz">Schmerzempfindung</a>), mentalen (Blockade von <a href="Bewusstsein" title="Bewusstsein">Bewusstsein</a> und <a href="Erinnerungsverm%C3%B6gen" title="Erinnerungsvermögen">Erinnerungsvermögen</a>), motorischen (Blockade der motorischen Reaktion) und reflektorischen Komponente (Hemmung von <a href="Vegetatives_Nervensystem" title="Vegetatives Nervensystem">vegetativen Reaktionen</a>) zusammen. Diese werden von verschiedenen Wirkstoffen in verschiedenem Ausmaß bewirkt. Als Untergruppen werden nach dem Weg der Verabreichung <b>Injektionsanästhetika</b> (für die <b>intravenöse Narkose</b><sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder zur intramuskulären Anwendung), die in eine Vene oder einen Muskel injiziert werden, von (meist volatilen) <a href="Inhalationsan%C3%A4sthetika" class="mw-redirect" title="Inhalationsanästhetika">Inhalationsanästhetika</a> unterschieden, die mit der Atemluft zugeführt werden. Zu den Injektionsanästhetika werden Schlafmittel (<a href="Hypnotika" class="mw-redirect" title="Hypnotika">Hypnotika</a>) wie <a href="Propofol" title="Propofol">Propofol</a>, <a href="Etomidat" title="Etomidat">Etomidat</a> und <a href="Barbiturat" class="mw-redirect" title="Barbiturat">Barbiturate</a>, (selten <a href="4-Hydroxybutans%C3%A4ure" title="4-Hydroxybutansäure">GHB</a>), <a href="Sedativa" class="mw-redirect" title="Sedativa">Sedativa</a> wie <a href="Benzodiazepine" title="Benzodiazepine">Benzodiazepine</a>, Schmerzmittel (<a href="Analgetika" class="mw-redirect" title="Analgetika">Analgetika</a>) wie <a href="Opioid" class="mw-redirect" title="Opioid">Opioide</a> und <a href="Ketamin" title="Ketamin">Ketamin</a> und manchmal im weitesten Sinne bzw. als „Additiva“ auch die weder analgetisch noch sedierend wirkenden <a href="Muskelrelaxantien" class="mw-redirect" title="Muskelrelaxantien">Muskelrelaxantien</a> gezählt. Mit Ausnahme von Ketamin und Etomidat bewirken alle Inhalations- und Injektionsanästhetika eine Dämpfung der efferenten Sympathikusaktivität zur Muskulatur in Ruhe und eine Dämpfung der Reagibilität des sympathischen Nervensystems auf Blutdruckabfälle.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Spanne zwischen der gerade noch wirksamen Menge und der Menge, die eine tiefe Allgemeinanästhesie bewirkt, nennt man <i>Narkosebreite</i>.
</p><p><a href="Opium" title="Opium">Opium</a> und <a href="Cannabis_indica" class="mw-redirect" title="Cannabis indica">Cannabis indica</a> waren bereits um 1550 v. Chr. (belegt im <i><a href="Papyrus_Ebers" title="Papyrus Ebers">Papyrus Ebers</a></i>) in Ägypten als Narkotika bekannt. <a href="Alraune_(Kulturgeschichte)" title="Alraune (Kulturgeschichte)">Mandragorawein</a> fand im 1. Jahrhundert n. Chr. bei <a href="Pedanios_Dioskurides" title="Pedanios Dioskurides">Pedanios Dioskurides</a> Verwendung.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Begriff <a href="Bet%C3%A4ubungsmittel" title="Betäubungsmittel">Betäubungsmittel</a> umfasst eine ähnliche Stoffgruppe, ist aber als Rechtsbegriff aus dem <a href="Bet%C3%A4ubungsmittelgesetz_(Deutschland)" title="Betäubungsmittelgesetz (Deutschland)">deutschen Betäubungsmittelgesetz</a> (BtMG) nicht deckungsgleich.
</p><p><b>Wirktheorien der Allgemeinanästhesie:</b>
</p><p>Erste <b>Narkosetheorien</b> stellten auch <a href="Ernst_von_Bibra" title="Ernst von Bibra">Ernst von Bibra</a> und <a href="Emil_Harless" class="mw-redirect" title="Emil Harless">Emil Harless</a> 1847 auf. Sie vermuteten, dass durch den zur Narkose benutzten Äther Fettbestandteile des zentralen Nervensystems teilweise gelöst und in der Leber abgelagert würden.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Obwohl sich auch die heute verwendeten Anästhetika gemäß der <a href="Meyer-Overton-Korrelation" title="Meyer-Overton-Korrelation">Meyer-Overton-Korrelation</a> beschreiben lassen, lassen sich Theorien über die Wirkmechanismen von Anästhetika, die auf ihr beruhen (Einfluss auf die Lipidbestandteile des zentralen Nervensystems), nicht mehr aufrechterhalten. Die Vorstellung eines einheitlichen Mechanismus (<i>Unitaritäts-Prinzip</i>) von Anästhetika wird heute als veraltet angesehen und vom <i>Konzept der multiplen Wirkmechanismen und Wirkorte</i> abgelöst. Wirkungen auf eine Reihe von (<a href="Protein" title="Protein">Protein</a>-basierten) <a href="Rezeptor_(Biochemie)" title="Rezeptor (Biochemie)">Rezeptoren</a> und <a href="Ionenkanal" title="Ionenkanal">Ionenkanälen</a> (<a href="Opioid-Rezeptor" class="mw-redirect" title="Opioid-Rezeptor">Opioid-Rezeptor</a>, <a href="GABA-Rezeptor#GABAA-Rezeptoren" title="GABA-Rezeptor">GABA<sub>A</sub>-Rezeptor</a>, <a href="NMDA-Rezeptor" title="NMDA-Rezeptor">NMDA-Rezeptor</a>, <a href="Natriumkanal" title="Natriumkanal">Natrium-</a> und <a href="Kaliumkanal" title="Kaliumkanal">Kalium-Kanäle</a>) und andere Modifikation der synaptischen Signalübertragung in verschiedenen Bereichen des zentralen Nervensystems, die für einzelne Anästhetika in unterschiedlichem Ausmaß existieren, werden nach heutigem Wissensstand für die verschiedenen Dimensionen einer Narkose als Ursache gesehen. Eine umfassende Narkosetheorie, die sich aus den bekannten Mechanismen erklären lässt, liegt jedoch nicht vor, sodass eine Wirkung gemäß der Meyer-Overton-Hypothese letztlich nicht ausgeschlossen werden kann und zum Teil auch kontrovers diskutiert wird.<sup id="cite_ref-franks_11-0" class="reference"><a href="#cite_note-franks-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Hans Anton Adams, Eberhard Kochs, Claude Krier: <i>Heutige Anästhesieverfahren – Versuch einer Systematik.</i> In: <i>Anästhesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie.</i> 36. Jahrgang, Nr. 5, Mai 2001, S. 262–267, insbesondere S. 263 ff.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Historische_Literatur">Historische Literatur</h2></div>
<ul><li>Alfred Joseph Clark: <i>Aspects of the history of anaesthetics.</i> In: <i>British Medical Journal.</i> 2, November 1938, S. 1029–1034.</li>
<li>Ludger Lallemand, Maurice Perrin, J.-L.-P. Duroy: <i>Du rôle de l’alcool et des anesthésiques dans l’organisme.</i> Paris 1860.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Anesthetics?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Anesthetics</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/An%C3%A4sthetikum" class="extiw external" title="wikt:Anästhetikum">Wiktionary: Anästhetikum</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Narkotikum" class="extiw external" title="wikt:Narkotikum">Wiktionary: Narkotikum</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=4001839-8">Literatur von und über Anästhetikum</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Hans Anton Adams, Eberhard Kochs, Claude Krier: <i>Heutige Anästhesieverfahren – Versuch einer Systematik.</i> In: <i>Anästhesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie.</i> 36. Jahrgang, Nr. 5, Mai 2001, S. 262–267, hier: S. 263 und 266.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">K. H. Wollinsky, H.-H. Mehrkens, S. Haas: <i>Der traumatologische Notfallpatient im Rettungsdienst. Kritische Beurteilung von 718 Notarzteinsätzen.</i> In: <i>Der Anaesthesist.</i> Band 33, Heft 1, Januar 1984, S. 47–55, hier: S. 51.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">H. A. Adams, E. Kochs, C. Krier: <i>Heutige Anästhesieverfahren – Versuch einer Systematik</i>. In: <i>Anästhesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie.</i> Band 36, 2001, S. 262–267. <a class="external mw-magiclink-pmid" rel="nofollow" href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11413694?dopt=Abstract">PMID 11413694</a></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. etwa <a href="Heinrich_Braun_(Mediziner%2C_1862)" title="Heinrich Braun (Mediziner, 1862)">Heinrich Braun</a>: <i>Über einige örtliche Anästhetika.</i> In: <i>Deutsche medizinische Wochenschrift.</i> Band 31, 1905, S. 1665 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. etwa E. H. Hume: <i>Note on narcotics in ancient Greece and ancient China.</i> In: <i>Bulletin of the New York Academy of Medicine.</i> Band 10, 1934, S. 619 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-portal.dnb.de-6"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-portal.dnb.de_6-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-portal.dnb.de_6-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="Wolf-Dieter_M%C3%BCller-Jahncke" title="Wolf-Dieter Müller-Jahncke">Wolf-Dieter Müller-Jahncke</a>, <a href="Christoph_Friedrich_(Pharmaziehistoriker)" title="Christoph Friedrich (Pharmaziehistoriker)">Christoph Friedrich</a>, Ulrich Meyer: <cite style="font-style:italic">Arzneimittelgeschichte</cite>. 2., überarb. und erw. Auflage. Wiss. Verl.-Ges, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-8047-2113-5, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>147–151</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:An%C3%A4sthetikum&rft.au=Wolf-Dieter+M%C3%BCller-Jahncke%2C+Christoph+Friedrich%2C+Ulrich+Meyer&rft.btitle=Arzneimittelgeschichte&rft.date=2005&rft.edition=2.%2C+%C3%BCberarb.+und+erw.+Aufl&rft.genre=book&rft.isbn=9783804721135&rft.pages=147-151&rft.place=Stuttgart&rft.pub=Wiss.+Verl.-Ges" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. H. Orth, I. Kis: <i>Schmerzbekämpfung und Narkose.</i> In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): <i>Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung.</i> Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 1–32, hier: S. 15–17 (<i>Intravenöse Narkose</i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Kienbaum, Jürgen Peters: <i>Sympathisch vermittelte Kreislaufregulation während Allgemeinanästhesie.</i> In: <i>Anästhesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie.</i> Band 36, Nr. 5, Mai 2001, S. 268–275.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">H. Orth, I. Kis: <i>Schmerzbekämpfung und Narkose.</i> In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): <i>Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung.</i> Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 1–32, hier: S. 24.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">H. Orth, I. Kis: <i>Schmerzbekämpfung und Narkose.</i> In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): <i>Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung.</i> Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 1–32, hier: S. 12.</span>
</li>
<li id="cite_note-franks-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-franks_11-0">↑</a></span> <span class="reference-text">N. P Franks: <i>Molecular targets underlying general anaesthesia.</i> In: <i><a href="British_Journal_of_Pharmacology" title="British Journal of Pharmacology">British Journal of Pharmacology</a>.</i> Band 147, Nr. 1, Januar 2006, Supplement, S. S72–581. Review, <a class="external mw-magiclink-pmid" rel="nofollow" href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16402123?dopt=Abstract">PMID 16402123</a></span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable" style="border-top-style: solid; border-top-width: 1px; clear: both; font-size:95%; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="Vorlage_Gesundheitshinweis"><div class="noviewer noresize nomobile" style="display: table-cell; padding-bottom: 0.2em; padding-left: 0.25em; padding-right: 1em; padding-top: 0.2em; vertical-align: middle;" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient weder der Selbstdiagnose noch wird dadurch eine Diagnose durch einen Arzt ersetzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!</div>
</div></div>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-s" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4001839-8">4001839-8</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/sh85004977">sh85004977</a></span> | <a href="Web_NDL_Authorities" title="Web NDL Authorities">NDL</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.ndl.go.jp/auth/ndlsh/00567515">00567515</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-08-06" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=An%C3%A4sthetikum&oldid=258649413">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>
</body></html>